Feierliche Ausstellungseröffnung im Kulturquartier Leoben
- 17. Apr.
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Aktualisiert: 29. Apr.
Mit der Ausstellungseröffnung zum Werk „Skijak - Der Traum vom Gehen übers Wasser“ wurde das Kulturquartier Leoben zum Schauplatz einer besonderen Kultur- und Sportschau. Im Titel verbirgt sich zum einen ein uralter Menschheitstraum, zum andern dokumentiert er die Historie des Skijaksports.

Grundlage der Ausstellung ist das Erscheinen des ersten umfassenden Buches über den ur-steirischen Wassersport Skijak. Der Autor Mag. Robert Koch ist Journalist, Pädagoge und seit mehr als vier Jahrzehnten Chronist dieser außergewöhnlichen Sportart. Die Publikation widmet sich dem Erfinder Harald Strohmeier (1912–1995) und beleuchtet 75 Jahre Skijak-Geschichte von 1949 bis 2024.
Bei der feierlichen Eröffnung konnten Kulturstadt Mag. Johannes Gsaxner und Bürgermeister Kurt Wallner sich nicht nur selbst aktiv dieser unglaublichen Sportart annähern, sondern betonten in ihren einführenden Worten die historische Wertigkeit der nun bald 100-jährigen Entwicklung des außergewöhnlichen Wassersportgerätes auch für die Stadt Leoben und ihr Umland.
„In dieser Ausstellung werden rund 100 Jahre regionale Sport-Historie präsentiert"


Die Wurzeln des Skijaksports reichen bis in die frühen 1930er-Jahre zurück und liegen in der obersteirischen Industrieregion rund um Leoben und Kapfenberg. Für den Montanistik-Studenten Harald Strohmeier waren vor allem die Mur im Stadtgebiet von Leoben und die „Gösser Teiche“ hervorragende Anwendungsgebiete für seine Erfindung und speziell die Floßgasse am Murwehr gehörte zu den bevorzugten Trainingsorten bzw. als idealer Standort zur Erprobung seiner Verbesserungen beim Bau des Sportgeräts.
Was als technische Idee begann, entwickelte sich zu einer eigenständigen Sportart mit beinahe hundertjähriger Geschichte. Diese Geschichte ist nicht nur Sportchronik, sondern auch Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen und regionaler Identität. Heute ist die Region Leoben mit dem ASK Raiffeisen Trofaiach und dem Austria Skijak Center am Trabocher See die letzte aktive Zelle dieses Sports. Herausgegeben wird das Buch von der Plattform zur Erhaltung, Dokumentation und Entwicklung des Skijaksports (PEDES), die sich dem Fortbestand und der Weiterentwicklung dieser Tradition verschrieben hat.


Im Leobner Kulturquartier wird bis 19. Juni 2026 eine Skijak-Ausstellung gezeigt, die historische Fotografien, mehrere Modellgenerationen, Wettkampfdokumente sowie Video- und Bildmaterial vereint und den Skijaksport in seiner technischen, sportlichen und kulturellen Dimension erlebbar macht.
Ergänzt wird die Ausstellung durch die künstlerischen Arbeiten von Astrid Lierzer, die sich dem Thema Wasser auf poetische und zugleich reflektierende Weise nähert. Es entstehen Bildwelten, die weniger den Skijaksport selbst als vielmehr das dahinterliegende Erleben in den Fokus rücken.
In Aquarell, Acryl und Mixed Media entwickelt die Künstlerin vielschichtige Bildräume, in denen Bewegung, Tiefe und Transformation erfahrbar werden. Ausgehend von persönlichen Erinnerungen und inneren Bildern entstehen Kompositionen zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Transparente Schichten, Überlagerungen und fließende Übergänge verleihen den Arbeiten eine offene, prozesshafte Struktur.
Im Spannungsfeld von Kontrolle und Zufall entstehen Werke, die den Moment festhalten und zugleich seine Vergänglichkeit sichtbar machen. Wasser wird dabei nicht nur als Motiv, sondern als Erfahrung greifbar – als Element, das trägt und zugleich Unsicherheit birgt. Mit der für diese Ausstellung getroffenen Auswahl schafft Astrid Lierzer eine atmosphärische Erweiterung der historischen und sportlichen Perspektive und eröffnet einen stillen, persönlichen Zugang zum „Traum vom Gehen übers Wasser“.

Die jahrzehntelangen Dokumentationsbemühungen brachten Robert Koch den Beinamen „Chronist“ ein – ein Titel, dessen Bedeutung in einer schnelllebigen Zeit kaum hoch genug einzuschätzen ist. Seine Geschichten reichen von herausragenden sportlichen Ereignissen über Einblicke in den Rennsport bis zur Entwicklung der Skijak-Modelle und den jüngeren Bestrebungen zur Bewahrung dieser fast 100-jährigen Tradition.
Bei der Ausstellungseröffnung erzählte der Autor, wie aus einem Traum ein Stück steirischer Sportgeschichte wurde. Mag. Robert Koch betreibt den Skijaksport seit den frühen 1980er-Jahren und zählt zur sogenannten „goldenen Generation“ des Sports.
Seit Jahrzehnten verbindet er Sport, Wissenschaft und Journalismus. Als Geografie-Professor lehrte er über eine Welt, die zu mehr als 71 Prozent aus Wasser besteht – eine ideale Brücke zu jenem alten Menschheitstraum, über das Wasser zu gehen. Fast drei Jahrzehnte lang war er Redakteur regionaler Medien und begleitete unzählige sportliche Ereignisse.

Die Ausstellung läuft bis 19. Juni 2026 und ist jeweils von Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet.





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