BUCHPRÄSENTATION - EIN FEST FÜR DIE SKIJAK-FAMILIE
Der Traum vom Gehen übers Wasser
Ein lachendes und ein weinendes Auge waren die Begleiter der Präsentation des Buches „Der Traum vom Gehen übers Wasser“ in der Trofaiacher Raiffeisenbank. Für die Jahrzehnte alte Skijak-Community war es ein Fest.

Mit dem ersten Buch über den Skijaksport ist es Autor Robert Koch (Foto oben) ein Anliegen, die Entstehung und rund 95-jährige Historie dieser ursteirischen Wassersportart für nachkommende Generationen zu bewahren. Nun war es soweit und vor einem erlesenen Publikum wurde das 288 Seiten umfassende Druckwerk im Festsaal der Raiffeisenbank Trofaiach präsentiert.
Soviel zum lachenden Auge … der „traurige“ Betrachtungswinkel war die 30. Wiederkehr des Ablebens von Erfinder und Skijak-Pionier Dipl. Ing. Harald Strohmeier aus Kapfenberg und dem damit verbundenen Ende der Produktion von Skijaks.



Fotos: Festsaal der Raiffeisenbank Trofaiach (1 + 3) / Das 288 Seiten starke Erstlingswerk zum Thema Skijak (2)
Im Festsaal der Raiffeisenbank Trofaiach, die den Skijaksport bereits seit knapp 4 Jahrzehnten finanziell unterstützt, kam es nun zur Präsentation des lesens- und sehenswerten Buches und eine Vielzahl an Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport war der Einladung gefolgt. Angeführt wurde die Zahl der Ehrengäste von Trofaiachs Bürgermeister Mario Abl und seinem Vorgänger August Wagner, einem großen Förderer des Skijaksports und des ASK Raiffeisenbank Trofaiach, dem nunmehr letzten Skijakverein der Welt.


Fotos: Autor Robert Koch flankiert von den Bürgermeistern Mario Abl (re.) und August Wagner (li.) (1) / Viel Interesse brachte auch die Ausstellung von Fotos und Sportgeräten (2)
Dieses Alleinstellungsmerkmal des faszinierenden Sports für Stadt, Region und Land will auch der neue Tourismus-Vorsitzende der Region, Markus Leitner, der den gebotenen Ausführungen interessiert folgte, verstärkt einsetzen. Die Einzigartigkeit des Skijaksports zählt seit dem Niedergang zur Jahrhundertwende auch zu den Markenzeichen der „Wassergeher“, die es aus touristischer Sicht zu nützen gilt: „Eine absolute Besonderheit für eine Region, die auf ihre natürlichen Ressourcen stolz sein kann.“
Auch die Führungsebene der Raiffeisenbank Leoben-Bruck zeigte sich vor allem von der begleitenden Fotoausstellung und den präsentierten Skijakmodellen aus 9 Jahrzehnten beeindruckt – allen voran die Marketingabteilung mit Bernhard Bürger und Birgit Fürstaller sowie Bankstellenleiterin Kathrin Christandl und einigen Altgedienten aus früheren Tagen, u.a. Dir. Albin Cater und Filialleiter Helmut Blümel.


Fotos: Robert Koch im Gespräch mit Markus Leitner (1) / (v.l.) August Wagner, Mario Abl, Birgit Fürstaller, Bernhard Bürger (2) / Bankstellenleiterin Kathrin Christandl im Gespräch mit dem Autor (3) / Dir. Albin Cater (4)


Eine besondere Note verlieh dem Event die Anwesenheit der Familie Strohmeier. Sohn Bernd Strohmeier mit Gattin Mia und Tochter waren aus Südafrika angereist, Sohn Helmut und Gattin Sybille kam aus Pöllau zur Premiere. Dazu gesellte sich eine Vielzahl an sportlichen Mitstreitern aus rund 5 Jahrzehnten, angeführt vom erfolgreichsten Skijaksportler der Renngeschichte, Heinz Kaltenegger, der mit Helmut Strohmeier und dem Tschechen Petr Kakes vor mehr als 40 Jahren den Ärmelkanal mit Skijaks überquerte.


Fotos: Alex Koch mit Tochter Luise (li.), Mia und Bernd Strohmeier mit dem Autor (1) / Ein signiertes Exemplar für Strohmeier-Enkelin Eva (2) / Sportliche Skijak-Prominenz aus 7 Jahrzehnten: (v.l.) Bernd Lierzer, Wolfgang Judmaier, Bernd Strohmeier, Robert Koch, Heinz Kaltenegger, Walter Steinberger, Bert Griesebner, Helmut Strohmeier, Günther Sakoparnik, Walter Zechner (3)

Der Hauptprotagonist des Tages, Autor Robert Koch, stand diesbezüglich um nichts nach, denn er steht mit 62 Regattateilnahmen an der Spitze dieser Statistik, die ebenso in diesem Buch zu finden ist, wie eine Vielzahl an Geschichten, Fakten und Gedanken rund um den Skijaksport. Den Hauptteil des Buches nimmt allerdings die ausführliche Aufarbeitung des Lebens und Schaffens von Skijak-Erfinder und Pionier Harald Strohmeier ein.
Das Moderatoren-Team der Buchpräsentation, Bernd Lierzer und Alex Koch, führten in gelockertem Ton durch die Vielzahl an Informationen rund um die Entstehung des 288 Seiten starken Werkes und Robert Koch gab in seinen kurzen Lesevorträgen einen Vorgeschmack auf kommendes Lesevergnügen. Neben den 17 Kapiteln dokumentieren mehr als 500 Fotos die Geschichte des Erfinders und seines geschaffenen, faszinierende Freizeitsports von den Anfängen bis heute.


Fotos: Das Moderatoren-Team Alex Koch und Bernd Lierzer (1) / Zum Abschluss kam auch Pionier Harald Strohmeier via ORF-Doku zu "Wort" (2) / Alex Koch zählt zu den Hoffnungen der Skijak-Zukunft (3) / Autor Robert Koch gab erste Einblicke in den Inhalt des Buches (4) / Lieferte eine emotionelle Moderation: Bernd Lierzer (5)



Und so war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis er die Geschichte des Skijaks, seiner Erfinder, Sportler und Veranstaltungen in diesem Buch zusammenführte: „Der Traum vom Gehen übers Wasser“.
Die Moderatoren wiesen auch daraufhin, dass die Sammlung von Informationen aus beinahe 100 Jahren einen Einblick in die Vielfalt und unbegrenzte Ausübung dieser ur-steirischen Sportart gewähren sollen. „Und sie sollen kommenden Generationen als Anleitung dienen, es den mutigen und engagierten Menschen, die in diesem Buch vorkommen, gleichzutun“, wie Autor Robert Koch ergänzend hinzufügte.
FOTOGALERIE VON DER BUCHPRÄSENTATION:
(Gewünschtes Foto einfach antippen!)
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Der Reinerlös des Buchverkaufes geht übrigens zur Gänze an das „Skijak Survival Project 1930–2030“, das nun von der Plattform PEDES ins Leben gerufen wurde. Die „Plattform zur Erhaltung, Dokumentation und Entwicklung des Skijaksports“(PEDES) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Basis für einen Weiterbestand des Sports und dessen Weiterentwicklung zu schaffen, die erforderlichen finanziellen und materiellen Mittel bereit zu stellen.
34 KM DURCH EINE DER SCHÖNSTEN SCHLUCHTEN EUROPAS
Wolfgang Judmaier bei Ardeche-Marathon
Alljährlich im Spätherbst trifft sich die europäische Paddel-Marathon-Szene zum Jahresabschluss auf der Ardeche im französischen Zentralmassiv. Eine der schönsten Schluchten der europäischen Paddelszene lud zum Marathon und nach gescheitertem Versuch in den Coronawirren war „Skijak-Marathonmann“ Wolfgang Judmaier diesmal mit dabei.
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Die Fakten lesen sich nüchtern, die Impressionen sind überwältigend.
Seit 4 Jahrzehnten findet der „Ardeche Marathon“ durch eine der gewaltigsten Schluchten Europas im französischen Zentralmassiv nahe Orange statt. Rund 2.000 Teilnehmer in rund 800 Booten bewältigen dabei die 34 km lange Strecke zwischen Vallon Pont d’Arc und Saint-Martin d’Ardèche. In der einzigartigen Atmosphäre und inmitten der außergewöhnlichen Kulisse des Naturschutzgebietes kämpfen einige um den Sieg und die Bestzeit, während andere einfach nur den Nervenkitzel und die Freude am Mitmachen genießen.
VORGESCHICHTE
Die Skijak-Erstbefahrung dieser außergewöhnlichen Paddelstrecke gelang bereits Ostern 1992 einem Team des ASK Raiffeisen Trofaiach rund um Obmann Robert Koch, Rupert Seitner, Anita Kozak u.a. Während der Großteil der Truppe allerdings die Tour nach dem berühmten Steinbogen Pont d’Arc aus Witterungsgründen abbrechen musste, schaffte Skijaker Werner Kohlbacher mit Kajakfahrer Bert Griesebner auch die fast 25 km lange Schluchtbefahrung, bei der es unterwegs keine Ausstiegsmöglichkeit gibt. 30 Jahre danach war eine „Revival-Tour“ geplant, doch 2022 fiel die Befahrung im Rahmen des „Ardeche-Marathons“ (wir berichteten) infolge von Problemen im Soge der Corona-Pandemie im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser“.

Schon 1992 wurde die Ardeche mit den Skijaks erstbefahren und bildet seither eine Sehnsuchtsdestination für die Wassergeher
VORBEREITUNG UND ANREISE
Die Motivation zur aufwändigen Tour in Anbetracht der langen Anreise wuchs in den Wochen zuvor und Auslöser war das tolle Abpaddeln auf der Mur. Ab hier ging Wolfgang Judmaier zur konkreten Planung für die Teilnahme am diesjährigen Marathon am 8.11.25. Die Anmeldung erfolgte online und mit Partnerin Olena Harkavenko, die den Skijaksportler mit ihrem Katamaran-Schlauchboot begleiten würde, ging es am 6. November los.
Über München und die Route durch die Schweiz ging es ins Zentralmassiv und die beiden benötigten für die 1240 km lange Strecke rund 14 Stunden. Nach dem ersten Tag legte man bei Lustenau eine nächtliche Pause ein, ehe man am Abend des 7.11. in Vallon Pont d’Arc ankam. Von Beginn weg wurde der Skijaksportler herzlich begrüßt und am nächsten Morgen ging es bei der Brücke nach Salavas im Heer der Paddler zum 34 km-Marathon los.

Wolfgang Judmaier bei der Abreise im kühlen Trofaiach
GEOGRAFIE
Die Schlucht beginnt nordwestlich mit dem Natursteinbogen des Pont d’Arc und endet bei den Orten Aiguèze und dem Ortsteil von Sauze (Saint-Martin-d’Ardèche) im Südosten. Hoch über der Schlucht verläuft eine Tourismusstraße mit vielen Aussichtspunkten, die Schlucht selbst steht unter strengem Naturschutz.
Die „Gorges de l’Ardèche“ gehören zu den spektakulärsten Naturlandschaften Frankreichs. Der Fluss Ardèche hat über Jahrtausende eine bis zu 300 Meter tiefe Schlucht in das Kalkplateau des Südens geschnitten. Die Schluchten der Ardèche sind ein Paradies für Naturliebhaber, Abenteurer und Geschichtsinteressierte – vom berühmten Pont d’Arc, einem natürlichen Steinbogen, bis hin zur Chauvet-Höhle mit ihren prähistorischen Kunstwerken.

Streckenführung des Ardeche-Marathons
Die beeindruckende Schluchtstrecke ab dem Pont d*Arc bietet eine atemberaubende Landschaft mit steilen Kalksteinfelsen und einem glitzernden Fluss, der sich durch sie schlängelt. Das turbulente Wasser des Flusses hat senkrechte Klippen geformt, die bis zu 300 Meter hoch sind. Die Felswände weisen erstaunliche Formen auf, mit natürlichen Bögen, Höhlen und Überhängen, Zeugen höchster Erosionstätigkeit.
Von Vallon-Pont-d’Arc starten die meisten Paddeltouren durch die Gorges de l’Ardèche. Profis schaffen die 30 Kilometer lange Tour durch die Schlucht mit ihren 25 Stromschnellen bei entsprechendem Wasserstand in 2 bis 3 Stunden, gemütlich schafft man es in 6 bis 7 Stunden. Genießer lassen sich zwei Tage Zeit. Sie baden direkt unter dem 66 Meter hohen Natursteinbogen des Pont d’Arc und campieren im Reservat auf den beiden offiziellen Lagerplätzen Gaud und Gournier.
Highlight der Schlucht ist der 60 m breite Felsbogen Pont d'Arc, der den Fluss überspannt. 45 Meter hoch spannt sich der Bogen des Pont d’Arc aus hellem Kalk über die Ardèche und markiert den Eingang zur 24 Kilometer langen, spektakulären Gorges de l’Ardèche. Der Natursteinbogen ist das weltberühmte Wahrzeichen der Ardècheschlucht.
Die bis zu 300 m tiefe Schlucht ist ein Dorado für Kanuten, Kajakfahrer, Freeclimber, Mountainbiker und Wanderer. Spektakuläre Ausblicke auf bizarre Felsformationen eröffnet die parallel zu den weit ausholenden Schleifen der Ardèche auf der Klippenkante verlaufende Straße D 290, an deren schönsten Aussichtspunkten Parkplätze angelegt sind. Zu ihren zählt auch „Belvédère“, der weite Blicke auf eine der schönsten Schleifen der Ardèche eröffnet.

Foto: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2081218 (Jean-Christophe BENOIST - Eigenes Werk, CC BY 2.5)
MARATHON
Wolfgang und Olena hatten nicht geplant sich an der Tempojagd des Hauptfeldes zu beteiligen, schon am Start war der Skijakfahrer zur Attraktion gewachsen, die mit viel Applaus auf die Strecke geschickt wurde. Die Beiden genossen die Tour durch die großartige Landschaft bei höchst angenehmen Temperaturen um die 15°-Grenze und herrlichem sonnigen Herbstwetter, schossen zahlreiche Fotos und legten immer wieder Pausen und Stopps am Flussufer ein.



Fotos vom Marathon: Nr. 682 - Wolfgang Judmaier & Nr. 681 - Olena Harkavenko


Am Ende des Feldes durchpaddelten sie die Schlucht und nach rund 2,5 Stunden erreichten sie die einzige Labestation in der Schlucht. Olena beendete hier die Tour und schloss sich dem Versorgungsteam an, während Wolfgang Judmaier sich an die Tour durch den unteren Teil der Schlucht machte. Angetrieben vom „Schlussboot“, das die Gestrandeten und Gekenterten aufnahm, legte er die Strecke bis zum Zieleinlauf in St. Martin d’Ardèche in ansprechendem Tempo zurück und schaffte es noch vor dem Ziel eine Anzahl von Kanuten unter dem Applaus der zahlreichen Zuseher zu überholen.
Unter toller Anteilnahme mit viel lautstarkem Zuspruch erreichte er schließlich das Ziel nach 4 Stunden und 6 Minuten, wo er zur Hauptattraktion wurde. Kaum jemand konnte sich vorstellen, die Distanz „stehend“ im Wildwasser zu bewältigen – für den geübten „Marathon-Mann“ hatten lediglich zahlreiche Verwirbelungen infolge des hohen Wasserstandes für Herausforderung gesorgt. Auch beim abendlichen Fest in Vallon Pont’Arc war Wolfgang mit seiner außergewöhnlichen Art, die Wellen der Ardeche zu bewältigen, ein stetiges Gesprächsthema – auch wenn sich sprachliche Barrieren auftaten.

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HEIMREISE
Bevor es in die kühle Obersteiermark zurückging, absolvierten die Beiden noch eine Besichtigungstour in Vallon und bewunderten von der Panoramastraße die unglaublichen Ein- und Ausblicke zur Ardeche-Schlucht von oben. Über das Rhone-Tal und die Schweiz, wo man eine letzte Nachtruhe in der Hauptstadt Bern einlegte, und Deutschland ging es ohne Zwischenfälle zurück in die Heimat … nicht ohne sich konkrete Gedanken zu machen, für eine neuerliche Befahrung 2026 ein Team an Skijaksportlern und Schlauchbootfahrern zum Mitmachen zu gewinnen – Anmeldungen sind ab sofort möglich.


Fotos: Wolfgang Judmaier am Pont d'Arc / Judmaier & Olena Harkavenko am Belvedere





















