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22-11-24    Skijak - das bessere SUP?

GEHEN, STEHEN, KNIEN … ODER DOCH SITZEN?

22-11-02    Skijak über Generationen

FAMILIEN TRAGEN DIE IDEE VOM "WASSERGEHEN" WEITER

 

GEHEN, STEHEN, KNIEN … ODER DOCH SITZEN?

SKIJAK – das bessere SUP?

 

Der Traum vom „aufrechten Fortbewegen auf dem Wasser“ ist jahrtausendealt. Um 1850 manifestierte sich das „Gehen auf dem Wasser“ in französischen und deutschen Gewässern und seit 1930 gilt Österreich als die Hochburg des mit wasserskiähnlichen Booten absolvierten Befahrens – pardon „Begehens“ – von fließenden Gewässern.

Von Robert Koch

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Ich bin Skijakfahrer. Seit 40 Jahren.

Mein Kumpel steht auf dem SUP … meistens. Seit 40 Monaten.

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Im Frühsommer 2022 war im neuen Steiermark Journal „5komma5sinne“ in einer Reportage mit dem Titel „Last Steirer standing“ zu lesen: „Skijak ist eine Kombination aus Skifahren und Kajak“ und man kann damit alles machen, was man auch im Kajak machen kann: „entspannt über einen See gleiten oder reißende Wildbäche hinunterfahren. Nur eben stehend.“

Die heutige, modernste Form des Sportgerätes Skijak lässt in Kombination mit entsprechendem Können und körperlicher Fitness auch die Befahrung von schwierigstem Wildwasser der höchsten Kategorien zu, wie u.a. die Erstbefahrungen der Enns im Gesäuse, des Colorado River im Grand Canyon und der Lammer, der oberen Drau oder der Loisach beweisen. Aber zurück an den Start, denn dann kam SUP.

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2 Fakten.

Laut „stand-up-paddling.org“, dem größten Onlinemedium im Bereich SUP, gab es im Jahr 2021 ungefähr eine Million verkaufter SUP-Boards allein in Deutschland, ein Großteil davon entfiel auf preiswerte, aufblasbare Boards. Das nennt man dann wohl den Aufstieg vom Nischendasein zum Breitensport …

In einem 2015 im bekannten Magazin „Bergwelten“ unter dem Titel „Stehend über wilde Wasser“ veröffentlichten Interview verriet der SUP-Lehrer Markus Stehböck, dass SUP in puncto Wildwassersport noch eine relativ junge Disziplin darstelle und dass es bereits „Trends in diese Richtung gab, wie etwa den Wassergleitschuh Skijak.“

 

So schön – so gut.

Offensichtlich sind wir dem Traum vom „aufrechten Bewegen übers Wasser“ wieder einen entscheidenden und vor allem profitablen Schritt nähergekommen. Die Chancen sich seinen Platz im ständig wachsenden Freizeitangebot zu sichern erhöhen sich analog zu seinen Werten an Profitabilität und Gewinnspannen. Und wie heißts so schön … „ohne Geld ka Musi‘!“

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Was das Kapitel „Wassergleitschuhe“, „Wasserski“, „Skijak“ und „Gehen übers Wasser“ betrifft, ähneln sich hier die historischen Abläufe. Ende der 1920-er-Jahre versuchte ein genialer Wiener Konstrukteur mit seinen „Hy-Ski“ ebenso eine überlebensfähige Produktion aufzubauen wie in den 1980-er- und 1990-er-Jahren die steirische Firma Strohmeier mit dem Bau von Skijaks. Aber Genialität und Erfindergeist allein scheinen heute wie damals nicht auszureichen, um kapitalistische Grundprinzipien wie Gewinn, Profit, Rentabilität etc. zu erfüllen … und dann kam SUP.

 

Lässt man die trendmanipulierten Wachstumszahlen des SUP-Booms mal beiseite, so ergibt die Blickrichtung auf anwendungstechnische Einzelheiten rasche Aufklärung und macht es sinnvoll, SUP – also „Stand Up Paddling“ – und Skijak – der „Ski, der schwimmen kann“ - aus bewegungsangewandter Sicht zu vergleichen.

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Punkt 1 – Entstehung.

Während SUP sein Entstehen einer „pädagogischen Hilfslösung“ der hawaiianischen Surflehrer verdankt, kann Skijak auf eine nunmehr fast 100-jährige, gewachsene Entwicklung und Technisierung zurückblicken. Erst seit Beginn dieses Jahrtausends hat sich das „Stehpaddeln“ (SUP) als eigenständige Sportart entwickelt und dank moderner Produktionsmethoden zunehmende Verbreitung als Freizeitsport gefunden. Demgegenüber kennt man erfolgreiche Versuche sich „gehend auf dem Wasser“ vorwärtszubewegen seit dem 18. Jahrhundert und erste Ideen dazu werden - wie so oft -dem Genie von Leonardo da Vinci zugeordnet. Österreich spielt seit den 1920-er-Jahren die führende Rolle in der Weiterentwicklung vom „Wassergleitschuh“ zum heutigen „Skijak“.

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Punkt 2 – Anwendungsbereich.

Stehende Gewässer, wie unsere Seen und Teiche, gelten als optimales Anwendungsrevier des SUP und dieses wird, bis auf wenige Ausnahmen, auch nicht mehr verlassen. Keine Angst, die Verletzungs- und Sterberate hält sich in Grenzen, doch für den Großteil der Anwender ist damit der Leistungsplafond erreicht. Für den aktiven Skijaksportler gilt ein erstes Kennenlernen am See und Abtasten der Bewegungsmöglichkeiten meist nur als „Startschuss“ zu weiteren Abenteuern. Der normale Zugang zum echten Skijaksport führt in zumeist kurzer Zeit über leicht fließende Gewässer zur Befahrung von größeren Flüssen und einfachem Wildwasser, auch die Meeresbrandung bietet großartige Herausforderungen, ehe es in einen der heimischen Paddelflüsse und zu echtem Wildwassersport geht.

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Punkt 3 – Sportlichkeit.

Jede sportliche Aktivität, noch dazu in freier Natur, ist in der heutigen Zeit zu begrüßen und zu fördern. So soll und kann auch dem SUP ein hoher Grad an Bewegungspotential in dieser so bewegungsarmen und naturfernen Phase einer zur Antriebslosigkeit gedrillten Menschheit zuerkannt werden. Doch während für die Masse der SUP-Anwender die teilweise wackelige und technisch problematische Befahrung unserer Seen und Teiche den sportlichen Zenit bedeuten, beginnt beim Skijak die sportliche Note bereits nach wenigen Paddelschlägen – unabhängig vom Gewässer und Ort der Anwendung. Skijaks ermöglichen dank seines Anwendungspotentiales hundertprozentiges Bewegungserlebnis gepaart mit Ganzkörperathletik und Vergnügen.

Eine aus Sicht einer Anfängerin getroffene Wahrnehmung lässt diesbezüglich aufhorchen: „… doch als ich auf den beiden Skijaks im Wasser stehe, sind alle Sorgen wie weggeblasen. Das Gleichgewicht kann man ganz einfach halten, das war beim Stand Up Paddling ein bisschen schwieriger“ notiert Kleine-Zeitung-Reporterin Katharina Jelicic anlässlich eines Skijak-Kennenlerntests 2019 am Trabochersee in der Urheimat des Skijaksports.

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Punkt 4 – Bewegungspotential.

Eindrucksvoller Beweis dafür, dass Skijak bereits ab einfachem Fließgewässer auch in wettkampfsportlicher Hinsicht dem SUP überlegen ist, bot der erstmals anlässlich der „2. Mur-Challenge 2018“ durchgeführte Vergleich in einem Rennen. Beim „Halbmarathon“ über 20 km zwischen St. Stefan o. L. und Leoben deklassierte der Trofaiacher Skijaksportler Wolfgang Judmaier seinen Kontrahenten Roman Schütze von „SUP Sulmsee“ um fast eine Minute. Auch die Ränge 3 bis 7 gingen an Skijaksportler des ASK Raiffeisenbank Trofaiach, ehe das Gros der SUPs folgte. Die Problematik der SUP-Sportler war und ist zumeist die Überwindung von bewegten Stromschnellen und Schwallpassagen, die ihnen – in Anlehnung an die eingenommene Haltung – Titel wie „Knie-Up-Paddler“ oder „Sitz-Up-Paddler“ eingebracht haben. Dass man sie auch auf dem Brett liegend oder gar schwimmend beobachtet hat, sei vollständigkeitshalber auch erwähnt.

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Punkt 5 – Exklusivität.

Was ist reizvoller? In anonymen Horden und/oder wenig beachtet mit dem SUP über Wasserflächen zu paddeln, ohne Aufsehen zu erregen oder vom Umfeld wahrgenommen zu werden, weil es niemand mehr interessiert …? Oder mit dem einzigartigen Skijak unter stetiger Anteilnahme und Anfeuerung durch vom Flussufer faszinierend Zusehenden dahingleiten, über Wellen steigen und „schwimmenden Fußes“ Schwälle zu überwinden? Und einfach das Gefühl haben, etwas Einzigartiges auf dieser Erde zu tun und zu erleben?

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Skijak – das bessere SUP?

Zweifelsfrei. Verkaufszahlen sind nicht relevant, wenn es um qualitative Effizienz geht. Die Skijak-Neuproduktion ist seit Konkurs des einzigen Herstellers auf Eis gelegt, die Überlebenschancen sind zum jetzigen Zeitpunkt so gut wie Null. Nur ein engagierter Neustart mit den notwendigen finanziellen Mitteln kann noch Abhilfe schaffen. Investor gesucht. Bestenfalls Idealist und/oder Visionär.

 

Der Sohn des steirischen Erfinders brachte es im Radio-Interview kürzlich auf den Punkt: „Skijak ist einzigartig und hat als Sportgerät enormes Potential. SUP hingegen ist ein Spielzeug und kann einfach nix – wackelig und kurzlebig, es wird wieder in der Anonymität verschwinden …!“

Was für das SUP spricht, ist die Tatsache, dass sie in der Überzahl sind. Das ist auch schon alles.

Skijak spricht für sich.

Neugierig geworden?

Einfach ausprobieren!

KONTAKT:

info@skijak.at

Austria Skijak Center, c/o Michis Seeschenke, Am See 17, 8792 Traboch

Allg. Sportklub Raiffeisen Trofaiach, Waldstraße 9, 8793 Trofaiach

Tel. + Whatsapp: +43/650/381-5-381

 

FAMILIEN TRAGEN IDEE VOM „WASSERGEHEN“ WEITER

Skijak über Generationen

 

Von Robert Koch

Die Idee vom „Gehen übers Wasser“ des Kapfenberger Erfinders Harald Strohmeier steuert unaufhaltsam seinem 100-jährigen Bestehen entgegen. 2030 wird es soweit sein … und in diesen Tagen wurde ein neuerliches Kapitel in der Historie des Skijaksports geschrieben. Denn erstmalig auf europäischem Wasser bzw. in der Klubgeschichte des ältesten Skijakvereines der Welt standen 3 Generationen einer Familie gemeinsam am Fluss.

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Skijak, der „Ski, der schwimmen kann“ und mit dem man sich gehend und paddelnd vorwärtsbewegt, ist eigentlich schon einzigartig genug, um nicht auch noch auf die künstliche Welt der „Rekorde, Premieren und Sensationen“ angewiesen zu sein. Und doch ist auch die nahezu 100-jährige Historie dieser außergewöhnlichen, steirischen Sportart geprägt von herausragenden Ereignissen und Fakten.

 

Die Entwicklung des Skijaksports wird auf immer mit dem Namen „Strohmeier“ verbunden sein. Ob sich 1930 der damals 18-jährige Montanstudent Harald Strohmeier allerdings des Umstandes bewusst war, dass seine Idee der „Wasserski“ bzw. „Strohmeierschifferln“ – wie sie liebevoll in Paddlerkreisen genannt wurden – als „Skijak“ zu einer der langlebigsten und effektivsten Möglichkeiten, sich aufrechtstehend auf dem Wasser vorwärts zu bewegen, entwickeln würde, sei dahingestellt.

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Tradition im Familienverband

 

Ohne Zweifel bleibt die Tatsache, dass sich die Fortführung von Traditionen innerhalb von Familienverbänden zu einer der wichtigsten Funktionen zur Erhaltung ebendieser manifestiert hat. Die generationenübergreifende Pflege von Tätigkeiten gehört seit Menschengedenken zum Überleben – sowohl der Spezies, als auch der Aktivitäten und Errungenschaften. Langer Rede – kurzer Sinn: seit Anbeginn wurde Skijak über Generationen innerhalb von Familien weitergetragen und das Gen zum „Gehen auf dem Wasser“ sozusagen vererbt.

 

Natürlich gilt in diesem Zusammenhang der „Familienmensch“ Harald Strohmeier als Vorreiter und Vorbild. Schon im Kindesalter kamen seine Nachkommen unweigerlich mit den „Skiern, die schwimmen können“ in Kontakt und ebenso unweigerlich war der Drang derselben, dieses faszinierende Sportgerät schnellstmöglich auszuprobieren und zu erlernen. Das Erlernen funktionierte von selbst, denn in jungen Jahren fällt es zumeist sehr leicht, Gesehenes in die Tat umzusetzen, zumal Interesse und Motivation sehr hoch sind.

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Erste Versuche im Kindesalter

 

Motorische Voraussetzung für das „Gehen auf dem Wasser“ ist das Erreichen eines physischen Alters, das es ermöglicht, mittels eigener Beinkraft sich selbständig im Skijak zu bewegen und das Paddel aktiv einzusetzen. Bewegungsablauf, Balance und Stabilität kreieren sich von selbst und Versuche belegen, dass dies ab etwa 7 bis 10 Jahren möglich ist. Harald Strohmeier, der 4 Kinder aus 2 Ehen hatte, ließ diesen Annäherungen freien Lauf und schon in den frühen 1950-er-Jahren kamen seine Sprösslinge aus erster Ehe mit den Geburtsjahrgängen 1941 bis 1945 zum „Wassergehen“ (siehe Foto oben).

 

Vor allem die Söhne Bernd (Jg. 1943) und Manfred (1945) - Fotos unten - zeigten sich höchst engagiert und talentiert und kamen sehr früh in den Genuss, an den abenteuerlichen Unternehmungen ihres erfinderischen Vaters teilhaben zu können. Während Bernd als promovierter Montanist 1970 beruflich nach Südafrika auswanderte und seine skijak-technischen Ambitionen ruhen lassen musste, zeigte sich Manfred motiviert auf den Spuren seines Vaters und machte Skijak in Linzer Paddelkreisen bekannt, ehe er 1978 viel zu früh einem Krebsleiden erlag.

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Familie Strohmeier

 

Zu diesem Zeitpunkt hatte Haralds Sohn aus zweiter Ehe, Helmut, bereits seine ersten Jahre als Montanstudent in Leoben hinter sich. Auch er war naturgemäß früh mit den Skijaks in Berührung gekommen und folgte dem Vater schon bald zu Ausfahrten auf Seen und Flüssen. 1971 zeigten sie als Vater-Sohn-Team beim „Salza-Marathon“ vor großer Publikumskulisse (Foto nachstehend) eindrucksvoll die Möglichkeit auf, die Wildwasserschwierigkeiten auf Österreichs schönstem Paddelfluss problemlos auch auf Skijaks zu bewältigen.

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Ab den frühen 1980-er-Jahren betätigte sich Helmut in Kooperation mit seinem Vater als Produzent der Skijaks und ermöglichte eine enorme Popularisierung und weltweite Publicity und Verbreitung des Sports. In diese Zeit fällt auch der Beginn der Wettkampfhistorie, wo sich das Vater-Sohn-Duo mit Teilnahme an der Ärmelkanalregatta in die Skijak-Geschichtsbücher eintrug und auch bei den Steirischen Meisterschaften 1984 erst- und einmalig ein gemeinsames Rennen bestritten.

 

1990 schrieb eine Skijakbefahrung in Südafrika Historie. Harald Strohmeier war es gelungen, Skijaks nach Südafrika zu transportieren. Dies öffnete einem besonderen Ereignis Tür und Tor, als es am Vaal-Fluss bei Johannesburg zu einer Weltpremiere kam. Neben Erfinder Harald standen dabei auch Sohn Bernd und der 19-jährige Enkel Jörg am Wasser (siehe Foto unten) – Skijak für Generationen.

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Schweden und Holland

 

Zurück zur Rennhistorie. Seit der Internationalisierung des Sports waren es vor allem 2 Familien, die ihren Weg in der Historie fanden: die Holländer Zijp und die Schweden Elsnitz. Den Anfang machte das holländische Unternehmer-Ehepaar Jan und Netty Zijp, die versuchten, den Sport in Holland zu vermarkten und zu popularisieren. Vor allem die engagierte Netty war von Beginn an höchst aktiv am Werk und animierte ihre Töchter Jeanette und Angeline, es ihr gleichzutun.

 

1983 nahm Jeanette an der Ärmelkanalregatta teil, musste aber wie ein Großteil der Teilnehmer frühzeitig aufgeben. Für den Eintrag in die Annalen des Sports kam es dann aber 1986 und 1987, als Netty und Jeanette bei den Internationalen Skijakwochen in Holland und Schweden teilnahmen und im Verbund mit Angeline im norwegischen Trysil erstmalig als Trio eine Fluss-Regatta bestritten.

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Das hatte zuvor allerdings auch schon die Stockholmer Familie Elsnitz geschafft. Vater Heinz – ein nach Schweden ausgewanderter Steirer und Architekt, der mit seinem Partner Hatto Praun die Popularisierung des Sports in Schweden vorantrieb – stand bereits 1984 bei den Österreichischen Meisterschaften auf der Salza bei Wildalpen und den Schwedischen Reichsmeisterschaften in Tärnaby gemeinsam mit seinen Söhnen Jürgen und Mats am Start (Foto unten). Die beiden jungen, hoch talentierten Schweden waren übrigens die einzigen, die es schafften, in die Phalanx der österreichischen Vorherrschaft im Rennsport einzudringen (siehe Rennhistorie).

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Generation Zukunft

 

Mit Ende der Skijak-Neuproduktion durch den Konkurs der Fa. Strohmeier und dem Tod des Erfinders Mitte der 1990-er-Jahre war die Entwicklung des Sports abrupt ins Stocken geraten. Zum einen kamen die Ambitionen in Holland, Schweden, den USA und Deutschland beinahe gänzlich zum Erliegen, zum andern brach auch ab der Jahrhundertwende die Aktivitätspalette in Österreich mächtig ein. Die aktiven Vereine in Graz und Wien verschwanden von der Bildfläche und lediglich eine kleine Gruppe Unermüdlicher im Herzen der Steiermark hielt von nun an die „Skijakfahne“ hoch.

 

Dem ASK Raiffeisen Trofaiach fiel nun das verantwortungsvolle, aber traurige Los zu, als nunmehr ältester, aber auch letzter Skijakverein der Welt dafür zu sorgen, dass die Sportart nicht gänzlich von der Bildfläche verschwand. Das Verdienst zu diesem „Überleben“ ist seit rund 2 Jahrzehnten mit zwei Namen verbunden: Koch und Judmaier.

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Vereinsgründer und unermüdlicher Kämpfer

 

Als im Spätherbst 1983 die Planungen für den ersten Skijakverein Österreichs in ihre heiße Phase gingen, stand mit dem Trofaiacher Robert Koch ein Vertreter jener Generation an vorderster Stelle, die seit 1981 im Rahmen einer Diplomarbeit an der Grazer Sportuniversität maßgeblich zur Popularisierung dieses außergewöhnlichen Wassersports beigetragen hatte.

 

In den folgenden Jahren machte der unermüdliche Kämpfer in Sachen Skijaksport durch zahlreiche spektakuläre Events und als Obmann des größten Skijakvereines der Welt auf sich und sein Anliegen aufmerksam. Und auch hier spielte die Rolle als Familienvater federführend mit, denn seine 1985 und 1988 geborenen Söhne Alex und Nick kamen seit Kindesbeinen an mit dem Sport in Kontakt. Ihre ersten „Gehversuche“ unternahmen sie auf der Salza (Foto nachstehend), mit 11 bzw. 14 Jahren nahmen sie an ihren ersten Wettkämpfen teil und befuhren seit 2000 regelmäßig Enns, Salza, Mur und Möll.

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2005 standen Vater und Söhne erstmals gemeinsam am Start der Österreichischen Meisterschaften, wobei der jüngste, Nick, mit 17 Jahren auf Anhieb einen 3. Platz schaffte. 2006 absolvierten die 3 zum Gedenken an den 25. Jahrestag der Erstbefahrung im Gesäuse durch Vater Robert eine Tour auf der Enns, die auch Medienwirksamkeit hatte. Gesamt gesehen gilt die Familie Koch als absoluter Aktivpunkt der jüngeren Skijakgeschichte und Hauptinitiator für Befahrungen im In- und Ausland.

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Vor allem Alex Koch zählt zurzeit zu den technisch versiertesten Fahrern der Wildwasserszene und ist dabei seine Leidenschaft bereits auf seine 3-jährige Tochter Hermine zu übertragen, wie nachstehendes Foto beweist. Es wird abzuwarten sein, wann auch eine der letzten unerreichten Premieren fällt: nämlich die gemeinsame Ausfahrt dreier Generationen mit weiblicher Beteiligung.

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Marathonpaddler und Europa-Premiere

 

An nächster Stelle in dieser Auflistung folgt die Familie Judmaier aus Kurzheim bei Trofaiach. Die Landwirtefamilie zählt bereits seit rund 20 Jahren zur Skijakszene und konnte in jüngster Vergangenheit mit Erfolgen bei den Österreichischen Meisterschaften auf der Mur aufwarten. Allen voran geht hier Wolfgang Judmaier sen., der die beiden letzten Regatten gewann und mit beachtlichen Erfolgen als Marathonteilnehmer im Paddelbereich Aufmerksamkeit erregte.

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Neben der Absolvierung eines Großteils der Befahrung auf der Donau, stehen vor allem die „Vogalonga“ in Venedig, der „Krumlovske Marathon“ auf der Moldau und der 100-km-Marathon auf dem Vöhandu in Estland auf seiner Erfolgsliste. Sohn Wolfgang jun. belegte bei den oben genannten ÖMS jeweils Platz 2 und musste sich dem Vater nur knapp geschlagen geben und im Oktober 2022 kam es nun durch die Familie Judmaier zu einer Europa- und Klub-Premiere. Denn bei der zu Saisonschluss traditionellen Befahrung der Mur zwischen St. Michael und Leoben stand neben den beiden erstmals auch Enkel Andreas (Jg. 2008) auf dem Wasser und machte das Trio perfekt (Foto nachstehend).

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Prinzip Hoffnung

 

Während die Anfänge der Skijakgeschichte ausschließlich von der Familie Strohmeier und ihren Freunden getragen worden war, brachte die Ausweitung des Betätigungsfeldes auch eine Erweiterung der personellen Ressourcen. Als die „Blütezeit“ der 1980-er-Jahre vorüber war, blieb auch von den Erfolgen und wirtschaftlichen Anstrengungen sehr bald nichts bis wenig übrig. Die temporären Aktivitätshochburgen in Holland, Schweden, Deutschland verschwanden von der Bildfläche und ab der Jahrtausendwende drohte der Skijaksport im Nichts zu verschwinden. Nur die Region Trofaiach-Leoben-Traboch blieb.

 

Die Kontinuität durch das Wachsen starker familiärer und amikaler Bindungen ersetzte vor allem in Hinsicht auf das „Überleben“ der Sportart die meist nur sehr kurze, oberflächliche Tätigkeitsspanne des Gewinnens und Profitierens. So ist es Robert Koch als „Vereinspionier“ aus den „goldenen Zeiten“ und seinen Söhnen, sowie mit Wolfgang Judmaier, seiner Familie und einigen treuen Anhängern gelungen, nicht nur die Erinnerung an den Sport hochzuhalten, sondern nachkommende Generationen zur Ausübung zu animieren.

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„Erlebnis statt Ergebnis“ lautet schon seit Jahrzehnten das Credo im letzten verbliebenen Verein einer Bewegungsart, die sich stets abseits von Massensport und Sensationsgier bewegte und bewegen wird. Jetzt geht’s ums nackte Überleben und dabei wird die Hauptrolle dem festen und kaum durchtrennbaren Band des Familienerbes zufallen – neben notwendiger Unterstützung aus Wirtschaft, Politik und öffentlicher Hand.

NAMENSAUFLISTUNG GEMEINSAMER FAMILIÄRER BEFAHRUNGEN (alphabetisch)

 

ELSNITZ Heinz (S)

      Jürgen (Sohn)  /  Mats (Sohn)

JUDMAIER Wolfgang (A)

      Wolfgang (Sohn)

            Andreas (Enkel)

KOCH Robert (A)

      Alexander (Sohn)  /  Nick (Sohn)

LANNER Walter (A)

      Joachim (Sohn)

STROHMEIER Harald (A)

      Bernd (Sohn)  /  Manfred (Sohn)  /  Helmut (Sohn)

            Jörg (Enkel)

TÜPKE Gerd (D)

      Alexander (Sohn)  /  Olaf (Sohn)

ZIJP Netty (NL)

      Jeanette (Tochter)  /  Angeline (Tochter)

 

 

Quellennachweis:

  • KLUBCHRONIK DES ASK TROFAIACH / 1984 bis 2022

  • KOMM MIT AUF DIE WELLE – Memoiren eines Wassersportlers von R. Koch / Trofaiach 2022

  • PRIVATARCHIVE STROHMEIER und KOCH