LETZTE NACHRICHTEN +++ LATEST NEWS +++ DERNIERES NEUVELLES +++ LAATSTE NIEUWS +++ MESAJES ACTUALES +++ SENASTE NYTT +++

skijak aktivlogo.jpg

21-11-11    Steirischer Freizeitspaß mit biblischen Wurzeln

BLICK AUF 4000 JAHRE HISTORIE DES WASSERGEHENS

21-10-31    Skijaksport weiter im Aufwind

JUGEND, JUBILÄEN & BESUCH AUS SÜDAFRIKA

 

STEIRISCHER FREIZEITSPASS MIT BIBLISCHEN WURZELN

Vor 4000 Jahren begannen die Menschen,

sich aufrecht auf dem Wasser zu bewegen

 

Von Robert Koch

Wie ein „Fels in der Brandung“ in der stets expandierenden Welt der außergewöhnlichen Freizeitaktivitäten steht die steirische Wassersportart Skijak aus den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die weltweit einzigartige und sportlich ambitionierte Möglichkeit, sich stehend bzw. gehend auf dem Wasser vorwärtszubewegen, kennt vor allem in der Region Trofaiach – Leoben – Traboch seine Anhängerschaft und hatte in den 1980-er- und 1990-er-Jahren einen Boom mit europäischer und transatlantischer Ausweitung aufzuweisen. Das Jahr 2021 stand bei den Paddelfreunden des letzten verbliebenen Skijakvereins aus Trofaiach im Zeichen des Erinnerns an die Anfänge und seinen Erfinder.

1949 paddlerwoche salza strohmeier in der welle hp.jpg
WhatsApp Image 2021-09-05 at 14.50.30.jpg

SUP – Stand-Up-Paddling – zählt zu den wassersportlichen Modeerscheinungen der Stunde und auch für die „Wassergeher“ vom ASK Raiffeisenbank Trofaiach brachte die Sensibilisierung für die aufrechte Fortbewegung auf dem Wasser neu gewachsene Aufmerksamkeit und Wahrnehmung. Zwar bremste die herrschende Corona-Pandemie die Feierfreude, nicht aber die Aktivitätspalette der Skijaksportler.

 

Anlässe, die Grund zu Festivitäten gegeben hatten, waren einerseits die 25. Wiederkehr des Todestages des Kapfenberger Erfinders Dipl. Ing. Harald Strohmeier sowie die Patentierung seiner Entwicklung vor 85 Jahren. Andererseits feierte Trofaiachs Skijak-Pionier Mag. Robert Koch seinen 40. Jahrestag auf dem „Ski, der schwimmen kann“ und die damit verbundene Einleitung eines „goldenen Skijak-Zeitalters“ mit Rennsporthistorie, Vereinsgründungen und einer Vielzahl an Erstbefahrungen.

evergreens21 cook1hp.jpg
COOK.JPG

Für Koch, der sich seit geraumer Zeit intensiv mit der Aufarbeitung und Dokumentation des Sports auseinandersetzt, trägt vor allem auch die Erforschung der historischen Wurzeln zum „besseren Verständnis dieser faszinierenden Fortbewegungsart“ bei, die vor allem im 20. Jahrhundert eine starke österreichische Affinität entwickelte. Bei Skijak handelt es sich um eine Kombination aus „Ski“ und „Kajak“ – in einer langlaufähnlichen Bewegung „geht“ man auf dem Wasser und ein langes Paddel dient dem Vortrieb.

 

Gesamtheitlich betrachtet blickt die Welt von „Stehpaddeln, Wellenreiten, Wasserski & Co.“ auf eine rund 4000 Jahre alte, dokumentierte Geschichte zurück. Den Anfang der Entwicklung des „Stehpaddelns“ kann man mit bestimmter Sicherheit einer Notwendigkeit zuordnen, die Fischer vor der afrikanischen Küste schufen, als sie vor rund 3.000 Jahren ihrer Nahrungsgrundlage hinterherjagten. Sie standen in flachen kanuähnlichen Booten und hatten dadurch besseren Ausblick auf ihre Beute, die sie mit spitzen Gegenständen fingen.

Für den kalifornischen Kulturanthropologen und Buchautor Jim Heimann geht die Entwicklung des „Wellenreitens“ allerdings noch weiter zurück, wenn er von ersten Versuchen auf einem schlichten Holzbrett vor wahrscheinlich 4000 Jahren im östlichen Polynesien berichtet.

Tahiti Surfen

Bekannt sind auch biblische Überlieferungen aus dem Neuen Testament, denen zufolge Jesus auf dem See Genezareth „über das Wasser ging, um zum Boot zu kommen … die Jünger sahen Jesus auf dem Wasser gehen.“ Ein amerikanischer Forscher und Ozeanologe der Universität Miami versuchte in den 2000-er-Jahren eine Erklärung dafür zu finden, als er infolge geänderter Klimaverhältnisse im heutigen Nordisrael die Möglichkeit nicht ausschloss, dass Teile des See Genezareths zugefroren waren und Jesus sich dabei auf einer Eisscholle bewegt haben könnte.

 

Unstrittig ist die Tatsache, dass man die Anfangsgeschichte des „Wellenreitens“ in Polynesien findet, wo Höhlenmalereien aus dem 12. Jahrhundert bereits Menschen auf Wellen zeigen, die über das Meer gleiten. Im Zuge ihrer Seefahrten brachten die Polynesier dieses „Wellengleiten“ Anfang des 18. Jahrhunderts auch nach Hawaii, wo schriftliche Überlieferungen aus dem Tagebuch des englischen Kapitäns James Cook diese Anfänge des heutigen „Surfens“ dokumentieren.

surfen hawaii 19. jh.jpg

1900 wurde Hawaii der 50. Bundestaat der USA und als 1908 der erste Surfclubs der Inselgruppe gegründet wurde, begann die bis heute andauernde „Boom-Ära“ dieses Sports, der sich rasant weltweit verbreitete. Als erste „Surfer“ Europas gelten wahrscheinlich Waldarbeiter und Flösser, die sich der Strömungskraft von Gewässern bedienten, um den Transport des wichtigen Rohstoffes zu erleichtern.

 

Dokumentiert ist die Geschichte von französischen Waldarbeitern, die Ende des 19. Jahrhunderts Holzstämme „halbierten“, um auf den von ihren Segelschiffen ins Meer gestürzten Stämmen „die Wellen abzureiten“, was ihnen offensichtlich auch gelang. Flössern an der steirischen „Eisenstraße“ war es vorgeschrieben „Nichtschwimmer“ zu sein, was gewährleistete, dass sie ihre „Ware“ nicht leichtsinnig im Stich ließen.

flößer kanugeschichte.net.jpg

Die Geburtsstunde des „Stehend-Paddelns“ wird zwar auch gerne in vorbiblischen Gefielden geortet, doch war es letztlich die ökonomische Anwendung eines Paddels auf Hawaii, um leichter und effizienter zu im Wasser treibenden „Schülern“ zu gelangen, was den weiteren Verlauf der Entwicklung zum SUP in Bewegung brachte. Das geschah in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Da waren Entwicklungen in weiteren ähnlichen Anwendungsbereichen bereits viel weiter fortgeschritten und ausgereifter. Stichwort: Wasserski. Die Bestrebungen, den Traum vom „Gehen übers Wasser“ zu realisieren, blicken auf eine mehr als 500-jährige Entwicklungsgeschichte zurück.

 

Den Beginn macht – wie schon so oft – „das“ Universal-Genie aus dem Mittelalter - schon um das Jahr 1480 hat Leonardo da Vinci eine Vorrichtung erdacht, mit der man angeblich auf dem Wasser gehen konnte. Wie einer Zeichnung zu entnehmen ist, benutzte man damals große „Korkschuhe“ und half mit Stöcken, die an ihren unteren Enden ebenfalls mit Korkplatten ausgestattet waren, nach, die Balance zu halten.

foto da vinci wassergeher hp.jpg
Screenshot_2020-12-16 L'illustration journal (Dec 1858).jpg

Neben ersten Aufzeichnungen aus der Mitte der 1850-er-Jahre aus Frankreich („Podoscaphe“) und Deutschland („Wasserschuhe“) dokumentieren Berichte und Fotos gegen Ende des 19. Jahrhunderts und verstärkt aus den 1910-er Jahren einen Anstieg diesbezüglicher Versuche im Raum Berlin – Potsdam, der zu dieser Zeit in vielen Bereichen Vorreiter und Trendsetter war. Man sprach zumeist von Wassergleitschuhen oder Wasserlaufschuhen. Diese Versuche und Entwicklungen, sich stehend und gehend auf dem Wasser zu bewegen, zielten natürlich in erster Linie auf die Bewältigung von stehenden Gewässern ab und dienten eher freizeitlichen Zwecken als sportlichen Ambitionen.

1920 hansa wassergleitschuh postkarte.jpg

Diese Entwicklung nahm erst Ende der 1920-er Fahrt auf, als durch Ambitionen, auch Fließgewässer zu befahren, neue und widerstandsfähigere Geräte konstruiert wurden. Österreich und insbesondere die Steiermark nahmen dabei eine entscheidende Rolle ein.

Man sprach dabei immer häufiger von „Wasserski“ und schon zuvor war dabei eine markante Trennung der Einsatzbereiche erkennbar.

 

Der vom WK I stark betroffene Kontinent Europa und speziell Mitteleuropa hatte unter den Folgen der Zerstörung und Menschenvernichtung sehr zu leiden. Für Unterhaltung, Freizeit und Sport blieb verständlicherweise wenig bis keine Möglichkeit und so stagnierte die Entwicklung bis Mitte der 1920-er-Jahre.

 

Amerika, das kriegerische Auseinandersetzungen erfolgreich von seinem Kontinent fernhalten konnte, hatte in dieser Zeit nicht mit Problemen dieser Art zu kämpfen und so fand eine Verlagerung der Aktivitäten in diesem Bereich statt. Natürlich waren Informationen und Erzählungen vom „stehenden Bewegen auf dem Wasser“ auch über den Atlantik gelangt, doch außer einzelnen Versuchen hatte sich bislang der Bau und Einsatz der komplexen Wassergleit- bzw. Wasserlaufschuhe in den USA und Kanada nicht durchgesetzt.

 

Dafür wurde in dieser Zeit erstmals der Begriff „Wasserski“ dokumentiert und verwendet, was seinen Ausgangspunkt in der rasanten Entwicklung des „weißen Sports“ in den Alpenländern gehabt haben dürfte. Und hier tauchen auch erstmals die wirklich gravierenden Unterschiede in der Begriffsauffassung zwischen der europäischen Form des „schuhförmigen Bootskörpers“ und dem amerikanischen „Ski-Brett“ auf

aquaplaning el grafico (1).jpg

Der Start der Entwicklung wirkt „typisch amerikanisch“ und ist von zahlreichen Legenden geprägt, so erfährt man u.a., dass eigentlich alles mit einer Klotüre angefangen hat. Um die vorletzte Jahrhundertwende hob angeblich ein angetrunkener Gentleman die Türe mit Herzchen aus ihren Angeln, schmiss diese in einen See und hängte sie an eines dieser gerade in Mode gekommenen Motorboote. Seiner Angebeteten schwor er, dass er sich auf dem Brett rund um den See ziehen lassen werde. Aufrecht stehend, versteht sich!

 

Der aus dieser Zeit stammende Begriff des „Aquaplaning“ steht für eine Oberflächenwassersportart, bei der ein Board (Aquaplane) über die Oberfläche eines Gewässers gleitet, das hinter einem Motorboot gezogen wird. Der Sport entstand im frühen 20. Jahrhundert und wurde für mehrere Jahrzehnte populär. Seine Entwicklung wurde aber durch die Erfindung ähnlicher Sportarten wie Wasserski in den 1920-er- und Kneeboarding ab den 1950-er-Jahren abgelöst

 

Die wirkliche „Geburtsstunde“ der Wasserskier wird einem 17-jährigen Teenager aus Minnesota zugeordnet. Der Landwirt, Erfinder und Sportabenteurer Ralph Wilford Samuelson versuchte im Juni 1922 mit zwei Brettern auf dem Lake Pepin in Lake City hinter einem Boot auf dem Wasser zu fahren. Samuelson gilt in allen Medien als „Erfinder der Wasserski“ und ihm gelang es nach zahllosen Fehlversuchen mit selbst gefertigten Wasserskiern aus Holz auf besagtem See seiner Heimat „Wasserski zu fahren“.

Ralph_Samuelson hp.jpg

Natürlich war der alpine Skilauf das große „Vorbild“, von den Wassergleitschuhen hatte er wohl noch nie etwas gehört und gesehen bzw. wenn, dann war er davon nicht überzeugt. Geschwindigkeit war sein Credo und mit seinem Bruder im „Zug-Boot“ experimentierte er wochenlang, bis sich seine Technik verfeinerte und perfektionierte. Als Schleppseil musste eine Wäscheleine herhalten

 

Als „Vater des amerikanischen Wasserskifahrens“ wird oft Dick Pope sen. bezeichnet, der 1928 als erster Mensch einen Sprung mit seinen Wasserskiern über eine Holzrampe wagte und dabei mehr als 7 Meter schaffte. Dank seiner Fähigkeiten als Promoter und der Gründung des „Cypress Gardens“ in Winter Haven / Florida erlangte der Wasserskisport internationale Aufmerksamkeit und mit seinen unzähligen Fotografien von den besten Wasserskifahrern dieser Zeit, die in den 1940-er- und 1950-er-Jahren in Zeitschriften auf der ganzen Welt erschienen, trug er viel zur Imageprägung und Popularisierung des Sports bei.

 

Zu dieser Zeit setzte in Mitteleuropa und speziell in Österreich die weitere Entwicklung der „europäischen Version“ der „Wasserski“ ein, die sich im Gegensatz zum amerikanischen Stil als „Wasserschuhe“ in unterschiedlicher Konstruktion und Länge manifestierten und auf die Fortbewegung per Paddel konzentrierten.

1914-09-01 moderne illustrierte zeitung seite15 foto2 hp.jpg

Schon aus dem Jahr 1913 ist der Versuch dokumentiert, mit sog. Wasserlaufschuhen in 3 Tagen von München nach Wien auf Isar und Donau zu gelangen. Ähnliche „Rekordversuche“ bestimmten ab 1927 neben den Versuchen, möglichst viele Menschen für das „Wassergehen“ zu begeistern, das Geschehen. Herausragend dabei die Befahrung von Inn und Donau in 4,5 Tagen von Innsbruck nach Wien durch den Steirer Karl Namestnik, der 1931 mit seiner eher einem Floss ähnelnden Konstruktion auch den Ärmelkanal überquerte.

1931 Namestnik Ärmelkanal hp.jpg

Mit den in Wien auf Faltbootsystem konstruierten „Hy-Ski“ der Gebrüder Krupka wurden ebenfalls herausragende Befahrungen absolviert. Neben langen Distanzen auf der Donau ist vor allem die erfolgreiche und viel Aufsehen erregende Erstbefahrung der „Wilden Enns“ zwischen Hieflau und Großreifling dokumentiert – eine der schwierigsten Passagen unter Paddelprofis. Auch Befahrungen auf Rhein, Themse und Seine zu Demo-Zwecken sind verbrieft, ebenso Fahrten im Kanal bei Dover, sowie eine Rekordfahrt von Villach bis ins Mittelmeer. Trotz intensiver Bemühungen ließ die Unfinanzierbarkeit der geringen Stückzahl und die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage das Sportgerät aber rasch wieder in Vergessenheit geraten.

1930-03-11 streckenlauf krupka Der Abend foto hp.jpg

Ohne Wissen über diese Konstruktionen begann 1928 auch der damals 16-jährige Mittelschüler Harald Strohmeier aus Kapfenberg mit dem Bau seines ersten Segelbootes am neu errichteten Stausee Pernegg an der Mur. Aus diesen konstruktorischen Fähigkeiten entwickelte er schon bald das Bestreben, sich „aufrecht auf dem Wasser fortbewegen zu wollen“.

 

1930 war es dann soweit und er konstruierte erstmals ca. 2,8 m lange "Wasserski" aus Holzgerüst und mit imprägniertem Stoff überzogen. Seine ersten Versuche im Kapfenberger Bad endeten mit Schimpf und Schande, denn die sich ablösende Farbe sorgte für beträchtliche Verschmutzung des Badewassers und einer notgedrungenen Verbannung auf die neben dem Bad vorbeifließende Mürz.

1931 chronik (4)hp.jpg

In der Folge weitete er sein Testgebiet auf die Mur aus, die damals noch von Flößern befahren wurde. Unter ungläubigen Blicken dieser hart gesottenen Männer ging der „Schüler“ und „Lehrer“ in einer Person des Öfteren „wassern“, weil das mit Stoff überzogene Holzgerippe sich einfach als zu klein und unbrauchbar erwies.

Der Rest ist "Historie" ... hier gehts zur detaillierten Story!

1930 strohmeierschifferln auf der naab.jpg

Die letzte Entwicklungsstufe in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bzw. ab 1980 brachte schließlich auch das Potenzial, wirkliches „Wildwasser“ stehend zu befahren und höchst sportlichen Wert zu erklimmen. Dokumentierte Befahrungen schwierigster Wildwasserkategorien zeigten eindrucksvoll die Möglichkeiten auf, die das Paddeln mit dem Skijak – dem „Ski, der schwimmen kann“ – beinhalten.

1980 strohmeier in action.jpg

Zum Einbruch in der Weiterentwicklung kam es gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, als einerseits Harald Strohmeier 1995 starb und andererseits die Produktionsfirma von Sohn Helmut Konkurs anmelden musste. Die fehlende technische und finanzielle Unterstützung brachte die Ambitionen der Beteiligten großteils zum Erliegen, die Abwärtsspirale setzte erbarmungslos ein und zu Beginn des neuen Jahrtausends reduzierte sich die Zahl der Anhänger auf einige Wenige.

 

Während die aktuelle Entwicklung trotz verbesserter Materialien aus wirtschaftlicher und gewinnbringender Sicht wieder mehr in Richtung Klamauk, Freizeitspaß, kurzweiliger Unterhaltung in Strand- und Uferbereichen von See und Meer abzielt bzw. durch die Trendsportart „Stand-up Paddling“ das Betätigungsfeld auf ruhigere Fließbereiche reduziert, werden durch den ältesten und letzten aktiven Skijakverein der Welt in Trofaiach und einem „Häufchen Unbeirrbarer“ im obersteirischen Trofaiach zu Beginn des 21. Jahrhunderts Erinnerung und Aufrechterhaltung des Skijaksportes gepflegt.

2015anpaddeln trabochersee hp.jpg

Für Klubgründer und Langzeitobmann Robert Koch waren die vergangenen Monate aber nach stagnierenden Jahren „wieder ein Lichtblick mit hoffnungsvollem Blick in die Zukunft!“ Trotz oder möglicherweise sogar wegen der Pandemie gehörten die beiden vergangenen Saisonen zu den intensivsten der Historie des Sports. Mitverantwortlich dabei neben den Bestrebungen der „letzten Aufrechten“ auch die Vorteile des Outdoorsports mit „natürlichen Abstands- und Hygienebedingungen“, die die Ausübung des Sports auch in dieser schwierigen Phase ungehindert ermöglichten.

 

Weitere Ansatzpunkte des hohen Aktivitätspegel sind auch die nun stetig wiederkehrenden Jubiläen in der Sporthistorie. Den Beginn machte die 25. Wiederkehr des Todestages von Erfinder Harald Strohmeier, bei dem sich über 30 Skijakfreunde aus rund 5 Jahrzehnten einfanden und Bekundungen aus ca. 10 Ländern auf 3 Kontinenten eintrafen.

 

Aber auch Trofaiachs Skijak-Pionier Robert Koch hatte Grund zum Feiern, denn im Oktober 2021 jährten sich seine persönlichen „Erstversuche“ mit Skijaks auf Trabochersee, Mur und Enns zum 40. Mal – beste Gelegenheit, die damals absolvierten Strecken mit einigen Freunden und Paddelkollegen wieder zu befahren. Zuvor hatte sich der „Sportprofessor“ im vergangenen Sommer einen weiteren Lebenswunsch erfüllt, als er erstmals mit seinen Skijaks Norwegens Seen, Küste und Fjorde befuhr.

2021 skandinavien2 (121).jpg
 

SKIJAKSPORT WEITER IM AUFWIND

Jugend, Jubiläen & Besuch aus Südafrika

 

Von Robert Koch

Auch die vergangenen Saisonen beweisen es – Trofaiach bleibt die weltweite „Skijak-Hauptstadt“. Die Bemühungen der heimischen „Wassergeher“ zur Erhaltung dieser „ur-steirischen“ Sportart zeigen nach Jahren der Stagnation weiter Wirkung und ein dicht gefülltes Aktivtagebuch dokumentieren den Trend sowie die Wertigkeit für Stadt und Region. Ein lesenswertes Resümee.

2021-10-26 anpaddeln11.jpg
WhatsApp Image 2021-09-06 at 19.28.47(3).jpg

Skijak – der „Ski, der schwimmen kann“. Der Traum vom aufrechten Gang im Wasser ist bei den Wassersportlern des ASK Raiffeisenbank Trofaiach längst zur Realität geworden … und das seit nunmehr fast 4 Jahrzehnten. Und auch wenn die Zahl der Aktiven im Skijaksport stagniert, so hat die Aktivitätspalette dank der unermüdlichen Bestrebungen im ältesten Skijakverein der Welt wieder das Niveau vor der Jahrtausendwende erreicht, als Skijak seine bisher erfolgreichste Phase erlebte.

 

Nach rund 40 Jahren ist die Basis des Skijakvereins natürlich „in die Jahre gekommen“, doch Alter schützt nicht vor Bewegung. Die Vorteile der gesunden Fortbewegung auf dem Wasser weiterzugeben, haben sich die Skijakfreunde zur Aufgabe gemacht. Mithilfe spezieller Angebote für Jugend und Junggebliebene sowie der Unterstützung von Radio und Presse konnten in den vergangenen Saisonen bereits Fortschritte gemacht werden.

20210703_151647familienpaddeltag3 2021 hp.jpg
2021-07-16 ferienspass1.jpg

Viel zur steigenden Nachfrage trug auch die Installierung des „Austria Skijak Center“ am Trabochersee bei, wo man in Kooperation mit „Michis Seeschenke“ ideale Trainings- und Anfängerbedingungen schaffen konnte. Skijak stellt eine Kombination aus „Ski“ und „Kajak“ her und bietet positivste Bewegungsreize für den gesamten Körper … Balance und Bewegungsgefühl sind ebenso gefragt wie Muskelkraft und Ausdauer.

 

Im Rahmen von Jugendkursen mit Schulen, Familienpaddeltagen und Trofaiacher Freizeitspaß wurden wieder zahlreiche Jugendliche zum Paddeln animiert, Talente wären genügend vorhanden – alleine, es fehlt an Kontinuität und Bereitschaft zu notwendigem Mehraufwand für Outdooraktivitäten. Dabei waren es gerade die Vorteile der Sportart mit Abstandswahrung, Hygieneeinhaltung und Selbstverantwortung, die auch in den vergangenen Pandemiezeiten eine ununterbrochene Ausübung dieses außergewöhnlichen Sports ermöglichten.

IMG_20210430_172730hp.jpg
WhatsApp Image 2021-07-02 at 16.38.23.jpg

Das Skijak-Jahr 2021 war zudem geprägt von zwei Jubiläen mit Bezug zur Blüte des Sports: zum einen trafen sich mehr als 30 Skijakfreunde aus rund 5 Jahrzehnten, um der 25. Wiederkehr des Todestags von Erfinder Harald Strohmeier zu gedenken. Und zum andern beging Trofaiachs Skijak-Pionier Robert Koch kürzlich den 40. Jahrestag seines Erstkontakts zum Sportgerät Skijak als Testperson im Rahmen einer Diplomarbeit an der Sportuni Graz.

 

Schon zuvor hatte sich der Langzeitobmann des ASK einen Lebenstraum erfüllt, als er im Sommer im Rahmen einer Skandinavientour erstmals mit seinen Skijaks Norwegens Küste und Fjorde erkundete. Auch Befahrungen von Mur, Enns und der Möll in Kärnten standen am Programm und für das sportlichste Highlight sorgte Skijak-As Wolfgang Judmaier, der höchst erfolgreich den 100 km-Paddelmarathon im estnischen Vöru bewältigte.

derxandl_skijakjubilaeum_DSC8034.jpg
2021 vöhandu marathon skijak (25).jpeg

Zu beachtlichen Aktivitäten kam es auch mit historischem Touch. So gab es im Rahmen eines Veteranenrennens am Trabochersee den Sieg von Wolfgang Judmaier gegen den ehemaligen Skijakchampion Heinz Kaltenegger, Rückmeldungen aus fast 10 Ländern aus 3 Kontinenten und zahlreiche „Comebacks“ von ehemaligen Skijaksportlern auf dem Wasser. Die herausragendsten Events dabei waren sicherlich die Wiederkehr auf Skijaks von Bernd Strohmeier, dem 78-jährigen Sohn des Erfinders aus Südafrika, den Urgesteinen Werner Laure, Wolfgang Fresner und Bernd Lierzer, sowie die Wildwasserbefahrung durch Ex-Champion Bertl Griesebner auf der Möll, der mit 76 Jahren zum ältesten Wildwassersportler des Skijaksports avancierte … großartige Vorbildwirkung und die bereits erwähnte Erkenntnis, dass Alter nicht vor Bewegung schützt.

WhatsApp Image 2021-08-05 at 10.24.00(2).jpg
IMG_20210825_181036.jpg