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20.11.20    Von den "StrohmeierSchifferln" zum Skijak

ERINNERUNGEN ZUM 25. TODESTAG VON HARALD STROHMEIER

28.10.20    Alter Menschheitstraum - moderner Freizeitspass

EIN PORTRAIT DER WASSERSPORT SKIJAK

18.10.20    Skijakhochburg Trofaiach

ASK TROFAIACH HÄLT STEIRISCHE SPORTART HOCH

 

ERINNERUNGEN ZUM 25. TODESTAG VON HARALD STROHMEIER

Von den „Strohmeierschifferln“ zum Skijak

Von Robert Koch

 

1995. Wenige Wochen vor seinem Tod hatten die beiden Trofaiacher Skijak-Pioniere Robert Koch und Rupert Seitner das Glück, Erfinder Harald Strohmeier in seinem Haus in Kapfenberg besuchen zu dürfen.

 

Gezeichnet von mehreren Schlaganfällen war der 83-Jährige noch immer voller Tatendrang und Visionen … von leichteren Materialien, kürzerer Bauweise und und und … war die Rede. Und so wird er in Erinnerung bleiben!

1995 letztes foto mit koch + seitner hp.

Ein Jahr zuvor war er zum letzten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen, als der Allgemeine Skijak-Klub (ASK) Raiffeisen Trofaiach eine Fotoausstellung in der Raiffeisenbank Trofaiach anlässlich des 10-jährigen Klubbestehens eröffnete. Voller Stolz und Freude konnte er das Ergebnis seines „Wassersport-Lebens“ und die Weiterführung durch den ersten heimischen Skijakverein bewundern.

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1994 raiffeisen jubiläum 10 jahre (2).jp

Seinen „Memoiren“ entstammt das Vermächtnis, wie seine riesige Affinität zu Wasser und Schiffahrt entstand. Im Alter von 8 Jahren kam Harald Strohmeier in den bitteren Nachkriegszeiten zur Pflege nach Holland, wo er von seinem Mansardenfenster die Fischerboote auf der Zuidersee beobachten konnte und ihn eine große Sehnsucht danach erfasste. „Ich bin durchgebrannt und wollte Schiffsjunge werden – im Hafen von Huize wurde ich von den Fischern nur ausgelacht und mein Pflegevater hatte mich bald wieder eingefangen.“ Doch die Sehnsucht blieb.

 

Als 1929 bei Pernegg an der Mur ein Kraftwerk mit Stausee entstand, ging er sofort daran ein Segelboot zu bauen. Dank seiner überdurchschnittlichen handwerklichen Fähigkeiten gelang dies mit Erfolg und als begeisterter Skifahrer begann er 1930 zusätzlich mit dem Bau von Wasserskien. „Ich ging dabei meinen eigenen Weg und machte nicht die Fehler der mir bislang unbekannten Vorgänger!“

 

Die „Fehler“ waren zumeist zu kurze Bootskörper mit zu flachen Böden oder dem Einbau von Klappen zur Stabilisierung. Auch wurden durchwegs zwei Stöcke verwendet … für Strohmeier war bald klar, dass nur ein Paddel den notwendigen Vortrieb schaffen konnte. „Ich baute mir zwei 2,8 m lange, schlanke Kajaks bestehend aus einem Holzgerüst, das ich mit Stoff bespannte. Durch einen Farbanstrich wurde die Bespannung wasserdicht gemacht.“

 

Seine ersten Versuche im Schwimmbad Kapfenberg endeten jäh, als sich die Imprägnierung löste und ihn der Bademeister verjagte. Nach nächtlicher Reparatur stand der nächste Schritt am Programm: „Am nächsten Tag fuhr ich gleich ein Stück die Mürz hinunter!“

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Sein langjähriger Weggefährte Herbert Reif schilderte eines seiner intensivsten Erlebnisse mit dem „Wasserskiverrückten“ Harald Strohmeier in den Anfängen der 1930-er Jahre: „Eines meiner aufregendsten Erlebnisse in der Studienzeit in Leoben war der Versuch, die Floßgasse des Krempelwehres zu durchfahren. Als Aufpasser erlebte ich, wie die Wogen über Harald zusammenschlugen. Ich hatte Angst um sein Leben … er wurde jedoch glücklicherweise auf einer Sandbank angeschwemmt – unverletzt.“

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Zwischen 1934 und 1936 wurde diverse „Meilensteine“ gesetzt. Die Entwicklung der „Strohmeierschifferln“ war soweit gediegen, dass Strohmeier bereits größere Wanderungen unternehmen konnte. So befuhr er die Traun von Hallstadt bis zur Donau und weiter nach Wien. „Mein Reisegepäck, Kochzeug und ein kleines Zelt hatte ich in den Wasserskien verstaut.“ Dank der starken Strömung konnte er täglich über 100 km zurücklegen. Auch 1935, als er auf der Enns von Hieflau bis zur Mündung und weiter auf der Donau bis Wien fuhr. Dies waren auch seine ersten, wirklich schwierigen Wildwasserbefahrungen.

1935 besuchte er erstmals das Patentamt in Wien und studierte die vorhandenen Patente. „Ich war überrascht, was es da schon an Wasserskipatenten gab …“. Er brachte seine Konstruktion zur Anmeldung und im Jahr 1936 wurde ihm tatsächlich das Patent auf „Aus einzelnen, geschlossenen Metallhohlkörpern zusammengesetzter Wassergleitschuh“ erteilt.

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Auch ein Zelt hatte Platz im Skijak
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Die Einzigartigkeit des Harald Strohmeier dokumentieren Schilderungen seines Sohnes Bernd über Italienurlaube per „Puch-Roller“ aus den Jahren 1957 und 1958:

„Er hatte das Zelt vorne zwischen den Füßen und noch ein paar aufblasbare Skijaks mit dabei - mit dem Paddel seitlich am Roller. Wir waren total überladen und auf den Dolomiten-Pässen mussten wir bei jedem Pass unterwegs stoppen um den Motor zu kühlen.

In Venedig paddelten wir abwechselnd am Canale Grande und die kleinen Kanäle bei den Glasbläsern vorbei. Die konnten es nicht glauben, dass man stehend am Wasser paddeln kann und bewarfen uns mit Holzstücken, damit wir reinfallen, aber es gelang ihnen nicht.“

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In den 1960-er und 1970-er Jahren entwickelte der Böhler-Ingenieur seine „Skijaks“, die ihren Namen seit 1949 trugen, kontinuierlich weiter und die Herstellung wuchs um 1980 von der Einzelproduktion zur maschinellen Fertigungstechnik. Die moderne Ära des Skijaksports wurde 1981 eingeleitet, als im Zusammenhang mit der Erstellung einer Diplomarbeit an der Sportuni Graz Testpersonen gesucht wurden.

 

Diese Aktivitätswelle und das Anwachsen der „Skijakfamilie“ bildet bis heute die Basis für den Erhalt des Sports. Vor allem dem ASK Raiffeisen Trofaiach als einzigem verbliebenen Skijakverein der Welt und seinen umtriebigen Skijakfreunden ist es zu verdanken, dass der Sport auch 25 Jahre nach Wegfall der Produktion und vor allem nach dem Tod von Harald Strohmeier noch existiert. Jetzt ist es allerdings an der Zeit neue Impulse und auch einen neuen Anlauf in Sachen Produktion zu setzen … die Erhaltung dieses weltweit einzigartigen Sports und seiner unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten haben es sich mehr als verdient.

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ALTER MENSCHHEITSTRAUM - MODERNER FREIZEITSPASS

EIN PORTRÄT DER WASSERSPORTART SKIJAK

Wer kann sich vorstellen, wirklich übers Wasser zu gehen ...?

Ein Bericht von Robert Koch

 

Es ist schon etwas Faszinierendes an diesem Mythos, sich stehend auf dem Wasser fortzubewegen. Und die Steiermark gilt als Heimat einer der attraktivsten Wassersportarten, die diesem Mythos sehr, sehr nahe kommt - dem SKIJAK - Sport!

 

Skijak - was ist das?

Eigentlich ganz einfach: Über Wasser gehen, zu wandern, zu laufen ... je nachdem, wie intensiv man es betreiben will. Eines ist richtig! Etwas ausgefallen und nicht alltäglich mutet die Sache schon an. Nicht allerdings in der Steiermark, speziell in Trofaiach, dem Standort des ältesten und größten Skijakklubs der Welt, wo die „Wassergeher“ zum gewohnten Bild der Gewässer gehören - vom tiefblauen Gebirgssee bis zum weißschäumenden Wildfluss.

 

Der Name „Skijak“ bedeutet die Kombination von „Ski“ und „Kajak“; das Kajak als Fortbewegung auf dem „flüssigen Element“ und der Ski als Ausdruck für die aufrechte, sportlich-elegante Körperhaltung dabei.

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Was sind „Skijak“?

Es handelt sich um zwei geschlossene bootsförmige Schwimmkörper aus modernster Kunststofftechnik mit schuhähnlicher Sicherheitsbindung. Als Antrieb und Steuer dient ein langes Paddel - ähnlich dem Kajak. Unterschied allerdings, dass man nicht eingezwängt und - möglicherweise - mit „kaltem Hintern“ im Boot sitzt. Dass man durch die „Beinfreiheit“ besseren (Vor)Ausblick besitzt, kann ebenfalls ein Vorteil sein, sowie die Möglichkeit, eventuelle Hindernisse im Wasser notfalls mit der „Grätsche“ zu bewältigen. Und letztlich bleibt immer noch der problemlose Ausstieg in „Notsituationen“ bzw. die Verwendung des Skijaks als „Schwimmhilfe“.

 

Zu erlernen ist Skijak auf keinen Fall schwieriger als vergleichbare Sportarten und das Betätigungsfeld ist unbegrenzt. Hier eine kleine Auswahl: ... eine gemütliche Seewanderung als Abwechslung zum inaktiven Sonnenbaden am Strand ... eine Fahrt am tiefblauen Meer mit Erkundungstour um eine einsame Insel ... ein Ausflug in eine der faszinierenden Fluss-Auen ... oder durch die glasklaren Fluten eines Gebirgsflusses bzw. für den Geübten das sportliche Abenteuer einer Wildwasserbefahrung.

 

Ein Skijak trägt 130 kg und man hat an jedem Bein einen Bootskörper. Aus dem Wechselspiel von Be- und Entlasten entsteht ein Steigen, das verbunden mit dem Paddeleinsatz zu einer runden, kaum kräfteraubenden Gehbewegung führt. Hat man die Technik erst mal raus, sind auch längere Fahrten kein Problem mehr.

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„Jung“ ist dieser Sport ebenfalls nicht mehr. Neben zahlreichen Versuchen bereits um die Jahrhundertwende war es der Steirer Harald Strohmeier, der 1930 die ersten brauchbaren „Wasserski“ entwickelte. Zum Unterschied vieler seiner Kontrahenten war er aber von Beginn weg von der Notwendigkeit eines langen Paddels anstelle der Methode mit zwei Stöcken überzeugt. Den Namen „SKIJAK“ trägt seine Entwicklung, die als „aus einzelnen geschlossenen Metallkörpern zusammengesetzter Wassergleitschuh“ 1936 in Wien patentiert wurde, seit 1949.

 

Die moderne Ära des Skijaksports wurde 1980 an der Sportuniversität Graz eingeleitet, als im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit das Sportgerät einer breiteren Öffentlichkeit zugeführt wurde. Im Laufe der Modernisierung in puncto Herstellung und Ausstattung wurde Skijak Anfang der 80er Jahre auch in Deutschland, Schweiz, Niederlande, Schweden u.a. bekannt. Auch in die USA gabs Exporte.

 

Der älteste und größte Skijakverein Österreichs und sogar weltweit kommt aus Trofaiach, ca. 10 km nordwestlich von Leoben, und im Jahre 2021 begeht der Verein das aus „Covid-19-Gründen“ verschobene 90-Jahr-Jubiläum des Skijaksports und die 25. Wiederkehr des Todestages von Erfinder und Pionier Harald Strohmeier (1912 – 1995).

 

PS.: Wer mehr über Skijak und die aktive Möglichkeit, diesen Sport auszuüben, wissen bzw. sich informieren möchte, kann dies unter folgenden Kontakten tun:

ASK RB Trofaiach, Waldstraße 9, A – 8793 Trofaiach

www.skijak.at

robert.koch@skijak.at

0650/381-5-381

 

Event-Tipps 2021:

24.4.: Saisonstart mit dem Anpaddeln auf der Mur zwischen St. Michael und Leoben

3. bis 6.6.:  Strohmeier Memorial

5. 6.: Trabocher Skijak-Grand-Prix mit Veteranenrennen

18. bis 22.8.:  Skijakcamp & Outdoortage Obervellach im Mölltal

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SKIJAKHOCHBURG TROFAIACH

ASK Raiffeisenbank Trofaiach hält steirische Sportart hoch

 

Es hätte ein großes Jubiläumsjahr werden sollen, doch die Corona-Pandemie machte den Bemühungen einen Strich durch die Rechnung. Für den Allgemeinen Sportklub (ASK) Raiffeisenbank Trofaiach war das abgelaufene Jahr eine „Achterbahn“, denn neben einer dicht gefüllten Palette an Klubangeboten mussten die „Highlights“ rund um die Wassersportart Skijak verschoben werden.

90 Jahre Skijaksport und das „Strohmeier Memorial“ im Gedenken des 25. Todestags von Erfinder und Pionier Harald Strohmeier standen heuer am Programmplan des wahrscheinlich letzten Skijakvereines der Welt – jener Sportart, die als Prototyp des „Wassergehens“ gilt. Und es hätte ein Event mit internationaler Reminiszenz werden sollen, denn Gäste u.a. aus Südafrika, Deutschland, Schweden, den Niederlanden und USA hatten sich angesagt. Doch dann kam die Covid-19-Krise samt Reiserestriktionen, zahlreichen Einschränkungen und Schutzmaßnahmen, die eine Absage bzw. Verschiebung notwendig machten. Im Juni 2021 sollen die Festivitäten nun nachgeholt werden.

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Trofaiachs Skijakszene hatte in der jüngsten Vergangenheit wieder einigen Aufschwung erlebt, nachdem der Sport Anfang des Jahrhunderts durch Wegfall der Produktion und mangels Finanzmittel zu verschwinden drohte. Doch das umtriebige Team des ASK RB Trofaiach rund um Gründer Robert Koch und den ehemaligen Skijak-Champions Walter Zechner und Wolfgang Judmaier konnte diese Abwärtsspirale auch dank junger, ambitionierter Skijaksportler, wie Alex und Nick Koch, Joachim Lanner, Lukas Schmid, Stefan Barthofer, Evelyn Heibl umdrehen.

 

Seit einigen Jahren steht den „Wassergehern“ nun mit dem „Austria Skijak Center“ bei Michis Seeschenke am Trabochersee erstmals direkter Wasserzugang zur Verfügung und auch die Nähe zur Mur bei St. Michael entpuppt sich immer mehr als attraktives Betätigungsfeld und Paddelrevier für Profis und Einsteiger.

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Obmann Robert Koch sieht im abgelaufenen Jahr mit all seinen Pandemieproblemen die Vorteile der erlebnisorientierten Sportausübung und eine Bestätigung des bislang eingeschlagenen Weges. „Skijak bietet neben zahlreichen sportmotorischen und gesundheitlichen Aspekten vor allem ein Bewegen in der Natur, das unabhängig von Gruppengröße oder Leistungspotenzial funktioniert. Natürlich macht es in größeren Gruppen mehr Spaß, doch jeder bestimmt den Anreiz und die Einsatzbereitschaft.“

 

Auch die in diesen Zeiten so häufig geforderte „Distance“ ist kein Problem. „Da halten wir schon aufgrund unserer Sportgeräte und Paddel genügend Abstand. Bei Vorbereitung, Transport und Nachbetrachtung regiert dann Verstand“, erläutert der ausgebildete Sportpädagoge und Skijak-Urgestein, der seit Beginn der 1980-er-Jahre dem einzigartigen Sport „verfallen“ ist und das „Wassergehen“ mit seinen Mitstreitern nicht nur in der Region salonfähig machte.

 

Den Saisonabschluss beging man nun schon traditionell mit dem Abpaddeln auf der Mur zwischen St. Michael und Leoben. Die Mur zeigte sich dabei nach vorhergegangenen Regenfällen mit entsprechendem Wasserstand und Fließgeschwindigkeit, anspruchsvollen Wellen und viel natürlichem Spirit. Das war nicht immer so - die Skijaksportler waren mit Protestaktionen in den 1980-er & 1990-er-Jahren maßgeblich daran beteiligt, auf die verheerende Umweltsituation in Steiermarks Hauptfluss aufmerksam zu machen. „Es macht natürlich einerseits stolz und andererseits zufrieden, mitgeholfen zu haben, dem Fluss wieder Leben einzuhauchen“, resümiert Langzeitskijaker Koch die über 35 Jahre anhaltende Affinität zur Mur und ihrem Lebensraum.

 

Mehr über die Sportart sowie das vielfältige Programmangebot des Vereins findet man auch online unter www.skijak.at und www.eisenwadl.at.

Kontakt
 
Mag. Robert Koch

ASK Raiffeisen Trofaiach

Waldstraße 9

A - 8793 Trofaiach

T: +43/650/381-5-381

 

info@skijak.at

ask@skijak.at

robert.koch@skijak.at

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